Schultererkrankungen

Unterschieden wird zwischen operativ behandelten Schultererkrankungen, insbesondere mit Sehnennähten, und nicht-operativ behandelten Schulterbeschwerden.

Schulter-OP

Wird operativ eine Sehne genäht oder refixiert, so wird nach Vorgabe des Operateurs zunächst eine eingeschränkte Belastbarkeit vorliegen, welche sich nach der Größe des Defekts richtet. In der Regel wird nach einer Sehnennaht eine eingeschränkte Belastung in den ersten 6 bis 8 Wochen empfohlen mit überwiegend passiven Bewegungsübungen ohne Kraftanstrengung. Übungen gegen Widerstand, insbesondere Krafttraining, wird in der Regel nach etwa 10 bis 12 Wochen begonnen. Eine intensivere Behandlung, insbesondere im Sinne einer Reha-Maßnahme wäre daher erst dann sinnvoll, wenn die Schulter auch belastbar ist.
Erfolgt eine Erweiterung des Raumes unter dem Schulterdach (Acromioplastik) darf bereits kurzfristig nach der Operation mit Übungen und auch Krafttraining begonnen werden. Dies richtet sich nach dem Fortschritt der Wundheilung. Grundsätzlich wird nach einer Schulteroperation möglichst frühzeitig mit passiven Bewegungsübungen begonnen, um eine Einsteifung des Gelenkes zu vermeiden.

Nicht-operativ (konservativ) behandelte Schulterkrankungen

Das Vorgehen bei nicht-operativ behandelten Schultererkrankungen richtet sich im Wesentlichen nach dem Schmerz und der eingeschränkten Beweglichkeit. Da das Schultergelenk sehr häufig schmerzbedingt erheblich bewegungseingeschränkt ist, sind ein wesentliches Ziel, zunächst die Verbesserung der Beweglichkeit und die Kräftigung der schulterstabilisierenden Muskulatur. Häufig besteht eine Muskeldysbalance der umgebenden Muskulatur, so dass es oft zu einem Schulterhochstand kommt mit dadurch bedingter Reizung des Schleimbeutels unterhalb des Schulterdachs und auch der angrenzenden Sehne.

Fragen und Antworten:

Wann beginnt die Therapie nach der OP?

Möglichst frühzeitig nach einer Operation, auch mit Sehnennähten, wird eine passive Bewegungstherapie begonnen. Eventuell wird zunächst eine Schulterbewegungsschiene verordnet. Dabei kann es durchaus sinnvoll sein, noch über einen längeren Zeitraum Schmerzmittel einzunehmen, da die Schulter relativ schmerzempfindlich ist.

Wann beginnt das Kraft- oder Gerätetraining nach der OP?

Nach einer operativen Erweiterung des Raumes unter dem Schulterdach kann relativ frühzeitig nache twa 1 bis 2 Wochen postoperativ mit einem Gerätetraining begonnen werden. Bei Zustand nach Sehnennähten obliegt dies der Einschätzung des Operateurs.
Hier kann durchaus noch ein Zeitraum von 10 bis 12 Wochen nach der Operation notwendig sein, bis mit Übungen gegen Widerstand begonnen werden kann. Auch eine mögliche Reha-Maßnahme wäre dann erst nach dieser Zeit sinnvoll.

Wann kann ich wieder nach der OP Auto fahren?

Nach einer operativen Erweiterung des Schulterdachraumes ist relativ frühzeitig das Führen eines PKW`s möglich, abhängig von den Schmerzen und der Bewegungsfähigkeit. Sollte nach einer Sehnennaht über längere Zeit die Belastbarkeit eingeschränkt sein, so ist auch dadurch das Führen eines PKW`s für diesen Zeitraum limitiert.

Wie lange soll ich nach der OP Schmerzmittel einnehmen?

Viele Patienten sind sich unsicher hinsichtlich der Einnahme von Schmerzmitteln nach einer Operation. Viele nehmen nur kurze Zeit Schmerzmittel, da sie befürchten, sonst über ihre „Grenze zu gehen“ und gegebenenfalls Strukturen im Schultergelenk zu schädigen. Grundsätzlich sind die Möglichkeit der Bewegung und der Bewegungsumfang vom Operateur vorgegeben. Da das Schultergelenk insgesamt allerdings sehr schmerzempfindlich ist und häufig nach Operationen eine relativ schnelle Einsteifung des Gelenkes erfolgt, ist eine Einnahme von Schmerzmitteln zur Erhaltung der Beweglichkeit meistens sinnvoll.

Wann kann ich nach einer OP wieder arbeiten?

In Abhängigkeit der Belastungen am Arbeitsplatz, auch hinsichtlich von schweren Hebetätigkeiten und Überkopftätigkeiten, ist hier die Vorgabe des Operateurs wesentlich, insbesondere bei Zustand nach Sehnennähten. In der Regel ist eine Sehnennnaht nach 3 Monaten postoperativ auch belastungsstabil. Limitierend sind dann die noch häufig vorhandene eingeschränkte Beweglichkeit im Schultergelenk und der noch vorhandene Bewegungsschmerz. Durchschnittlich wird die Arbeitsfähigkeit nach einer operativen Erweiterung des Raumes unter dem Schulterdach nach circa 3 Monaten erreicht; bei Sehnennähten dauert dies etwa 4 Wochen länger.

Welche Therapie ist bei einer nicht-operativ behandelten Schulter sinnvoll?

Zunächst steht die Verbesserung der Beweglichkeit und gleichzeitig die Harmonisierung der Schultermuskulatur mit Behandlung eines eventuell vorhandenen Schulterhochstands im Vordergrund. Eventeull werden begleitend Pendelübungen mit Gewicht empfohlen. Meistens besteht eine Kraftminderung der sogenannten Rotatorenmanschette, so dass diese Muskelgruppe bevorzugt aufgebaut werden muss. Dabei ist in der Regel eine physiotherapeutische Anleitung notwendig. Danach können selbstständige Übungen beispielsweise mit einem Theraband durchgeführt werden.

Gibt es Einschränkungen bei der Belastbarkeit einer nicht-operativ behandelten Schulter?

Eine Limitierung der Belastbarkeit ist bei nicht-operierten Schultererkrankungen grundsätzlich nicht vorhanden. Da sehr oft allerdings erhebliche Schmerzen in der Schulter bestehen, sind gerade Überkopftätigkeiten häufig unangenehm.

Sollte ich bei einer nicht-operativen Behandlung der Schulter Schmerzmittel einnehmen?

Da, wie bereits oben erwähnt, die Schulter relativ schmerzempfindlich ist und häufig in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt ist, ist ein wesentliches Ziel die Verbesserung der Beweglichkeit des Schultergelenkes. Diese soll durch eine Verschiebung des Schmerzpunktes erreicht werden. Folgend muss man in der Therapie immer ein kleines Stück über den Schmerzpunkt hinausgehen, was eine zeitweise Einnahme von Schmerzmitteln sinnvoll macht.

Wann kann ich bei einer nicht-operativ behandelten Schulter wieder arbeiten?

Die Arbeitsfähigkeit richtet nach der Höhe des Schmerzes und der Einschränkung der Beweglichkeit sowie nach der jeweils vorliegenden Tätigkeit bzw. den Anforderungen am Arbeitsplatz.

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