Mit der Lokalzeit in Ennepetal

Long Covid – Rehabilitation der Klinik Königsfeld im WDR-Portrait

Die Kulisse hätte sich auch für einen Abenteuerfilm geeignet: Geheimnisvolle Gänge, unterirdische Seen und ein versteinertes Riff. Während das Filmteam und 17 mit Schlafsäcken bewaffnete Menschen den Eingang zur Höhle durchschreiten, käme wohl kaum jemand, der die Szene beobachtet, auf den wahren Grund des Höhlenbesuchs. Die bunt gemischte Truppe ist auf dem Weg zum Ostsee, einem Bereich im Nationalen Naturmonument Kluterthöhle, der zur Therapie von Lungenerkrankungen genutzt wird. Die Gruppe kennt den Weg, ist mit den Engstellen, dem unebenen Untergrund und dem schummrigen Licht vertraut. Es ist feucht. Die mit rund 98 Prozent Luftfeuchtigkeit nahezu gesättigte Luft gewährleistet die Bildung natürlicher Aerosole; kleinster Nebeltröpfchen, die wohltuend und krampflösend wirken.

Aerosole. In Pandemie-Zeiten zucken nicht nur Hobbyvirologen bei diesem Wort zusammen. Mit Covid-19 hat auch die kleine Expedition ins Innere des Klutertberges zu tun. Die Gruppenmitglieder, die sich hier im Gänsemarsch gebückt auf den Weg machen sind keine Höhlenforscherinnen und -forscher, es sind Rehabilitanden der Klinik Königsfeld. Sie alle verbindet ein neues Krankheitsbild, das sich vielfältig auswirkt und das Medizinerinnen und Mediziner gerade erst erforschen: Long Covid. Erschöpfungszustände, Kurzatmigkeit und Konzentrationsschwäche gehören dazu. Einer, der sich intensiv damit beschäftigt, ist Prof. Dr. Frank C. Mooren. Als Ärztlicher Direktor der Klinik Königsfeld hat er maßgebend das dortige Therapiekonzept entwickelt. Dazu gehören neben umfangreicher Diagnostik unter anderem Ergometertraining oder Hirnleistungsübungen. Gegen die Atembeschwerden werden etablierte Verfahren wie Atemgymnastik und Atemmuskeltraining ebenso eingesetzt, wie regelmäßige Therapieeinheiten in der Ennepetaler Kluterthöhle. Die allergen- und staubarme Luft dort hat eine entzündungshemmende Wirkung.

Die Rehabilitation von Post-Covid- oder Long-Covid-Patienten steht noch ganz am Anfang. „Wir sammeln gerade erste Erfahrungen“, beschreibt es Prof. Mooren im Interview vor laufender Kamera. Dabei helfen bewährte Therapiekonzepte anderer Krankheitsbilder mit vergleichbaren Symptomen. „So sind wir auch auf die Kluterthöhle gekommen. Schließlich lindert das dortige Mikroklima schon seit Jahrzehnten die Beschwerden von Asthmatikern.“ Die um ihn herum auf Liegestühlen in den engen Gängen verteilten Rehabilitanden bestätigen das im O-Ton vor der Kamera oder nicken stumm.

Der WDR-Beitrag zeigt einen Teil der vielfältigen Therapien der Klinik Königsfeld in Ennepetal und er zeigt auch, dass mit Long Covid stets Schicksale verbunden sind. So wie das von Timo Kalkreuter. Den Auszubildenden zum KFZ-Mechatroniker haben die Spätfolgen einer Covid-19-Erkrankung aus der Bahn geworfen. „Man ist schlapp, möchte den ganzen Tag schlafen“, beschreibt der 17-Jährige im WDR-Beitrag die Nachwirkungen, während er gemeinsam mit weiteren Patientinnen und Patienten im Seminarraum 1 sitzt und Gedächtnisübungen unter Anleitung einer Ergotherapeutin macht. Später in der Höhle zeigt er sich überzeugt von der wohltuenden Wirkung der Höhlentherapie: „Es ist richtig erfrischend.“ Zumindest kurzfristig verschaffe das Erleichterung. Und wie ist es mit der langfristigen Wirkung? „Das wissen wir noch nicht“, sagt Prof. Mooren ins Mikrofon und ergänzt: „Genau das erforschen wir ja mit unserem Angebot“, und beschreibt damit den pragmatischen Ansatz der Klinik Königsfeld im Kampf gegen Long Covid.

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Anschrift

Klinik Königsfeld der Deutschen Rentenversicherung Westfalen

Holthauser Talstraße 2
58256 Ennepetal

Tel.: 02333 9888-0 | Fax: 02333 88603
info@klinik-koenigsfeld.de

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