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Informationen für Patienten nach einer Herzklappenoperation

Herz-Ultraschall

Sehr geehrte Patientinnen und Patienten,

Sie haben nun eine neue Herzklappe erhalten. Die alte Herzklappe war defekt und erfüllte nicht mehr vollständig die Funktion eines Ventils. Das Herz war bereits geschwächt oder es drohte die ursprüngliche Kraft zu verlieren.

Wir möchten Sie kurz über die notwendige weitere Vorgehensweise informieren und Sie auf bestimmte wichtige Punkte aufmerksam machen.

Anschlussheilbehandlung

Durch eine sich an den Krankenhausaufenthalt anschließende Anschlussheilbehandlung (AHB/AR) soll das chirurgisch erreichte Ergebnis durch kompetente Nachbehandlung optimiert und stabilisiert werden.
In der AHB werden Sie auf den Alltag mit einer künstlichen Herzklappe vorbereitet. Unter Aufsicht wird ein körperliches Training begonnen, bei dem ängstliche Patienten motiviert werden und zu stark leistungsorientierte Patienten noch gebremst werden. Ziel ist es, ein gutes Gefühl für die eigene Leistungsfähigkeit zu bekommen, um sich nach dem Klinikaufenthalt einer ambulanten Herzsportgruppe anzuschließen. Während der AHB werden Sie auch noch einmal umfassend über ihre Erkrankung informiert und lernen gegebenenfalls den Umgang mit einem Gerät zu selbstständigen Gerinnungskontrolle. Eine psychologische Begleitung wird bei Bedarf angeboten, ebenso Beratungen in unserem Sozialdienst sowie auch praktische Schulungen in der Ernährungsberatung.

Die Operation

Bei einer Herzklappenoperation hat ein Chirurg Ihre alte defekte und erkrankte Herzklappe entfernt und gegen eine neue Klappe ausgetauscht.
Herzklappen, die als Bioprothese bezeichnet werden, stammen meistens vom Schwein ab. Die Schweineklappe wird umgebaut, so dass sie der Funktion der menschlichen Herzklappe sehr ähnelt und dann wie eine natürliche Klappe des Menschen funktioniert.
Mechanische Herzklappen oder auch künstliche Herzklappen sind komplett aus künstlichem Material und bestehen aus Stahl, Stoff, und Kunststoff. Die häufigste Klappenart ist dabei wie eine Flügeltür gebaut.

Die Unterschiede der Herzklappen

Die künstlichen Herzklappen bestehen aus Materialien, die der menschliche Körper als Fremdkörper empfindet. Daher können Blutgerinnsel entstehen, die dann den Mechanismus der Klappen zerstören können oder es können ggf. auch kleinere Embolien (Blutgerinnsel) entstehen.
Daher erhalten allle Patienten mit künstlichen Herzklappen lebenslang eine medikamentöse Blutverdünnung mit Marcumar®. Aspirin/ASS ist dabei nicht ausreichend. Der Vorteil dieser Klappen ist allerdings, dass sie deutlich langsamer Verschleißen.
Bioprothesen dagegen werden vom Körper nichts als fremdes Gewebe erkannt. Eine Blutverdünnung ist daher nicht erforderlich, da keine Gerinnsel an diesen Bioprothesen entstehen. Wenn Patienten aber Herzrhythmusstörengen wie Vorhofflimmern haben, kann eine Blutverdünnung notwendig sein. Der Nachteil der Bioprothesen ist dass die Klappen nicht solange halten wie die künstlichen, meistens 10 bis 15 Jahre, danach haben die Klappen erneut Funktionsstörungen, da sie verschließen sind. Eine erneue Herzklappenoperation wäre notwendig.
Durch neue Techniken ist es in einigen Fällen möglich, dass erkrankte Klappen rekonstruiert (repariert) werden können. In diesem Fall bleibt die eigene Klappe erhalten und muss nicht durch eine Prothese ausgetauscht werden.

Die Zeit nach der Operation

Autofahren direkt nach der OP ist keine gute Idee. Warten sie einige Wochen. Sie sollten sich gut und kräftig fühlen, bevor sie versuchen zu fahren. Als Beifahrer mitzufahren ist kein Problem. Sie sollten sich in jedem Fall auch anschnallen.
Für bis zu drei Monate nach der Operation dürfen sie keine schweren Gegenstände schieben oder ziehen und sollten auch nicht dauerhafter tragen. Dadurch wird zu starke Belastung auf die Wunde vermieden und ihr Brustbein hat genügend Zeit zu verheilen. Die Situation ist wie nach einem Knochenbruch. Es dauert ca. drei Monate bis der Knochen wieder fest geworden ist.
Leichte Hausarbeit ist kein Problem. Patienten, die eine Herzoperation hinter sich gebracht haben, ermüden aber schneller innerhalb der ersten Wochen nach der Operation.
Nach ungefähr drei bis 6 Wochen nach der Operation werden sie sich deutlich besser fühlen und mehr Kraft haben. Das macht es einfacher und angenehmer.
Achten sie auf Warnzeichen und Probleme

  • Plötzliche schwere Atemnot, die nicht mit einer Belastung einhergeht
  • Ungewöhnliche rasche Gewichtszunahme, Flüssigkeitseinlagerung und geschwollene Fußgelenke
  • Müdigkeit, insbesondere zusammen mit Fieber
  • Ungewöhnliche Blutungsneigung
  • Bewusstseinsverlust
  • Plötzliche Veränderung im normalen Klang oder Gefühl

Alle Klappenprothesen sind sehr solide und stabil, sie dürfen sich belasten. Körperliche Anstrengungen stellen kein Problem für die neue Klappe dar.
Eine Herzschwäche, die vor der Operation bestand, die durch die defekte Herzklappe ausgelöst wurde, kann sich nach der Operation durchaus bessern. Die regelmäßigen nachfolgenden kardiologischen Untersuchungen können die Veränderungen registrieren. Nach den kardiologischen Untersuchungen, kann Ihr Kardiologe auch Ihnen mitteilen in welchem Umfang und in welcher Intensität Sie sich belasten dürfen.
Bei einigen Patienten kann man eine Herzrhythmusstörung (Vorhofflimmern/Vorhofflattern) feststellen. Diese Herzrhythmusstörung treten bei Patienten häufig auf. Sie haben nicht unbedingt mit der neuen Herzklappe oder auch der eigentlichen Operation zu tun. Vorhofflimmern ist eine sehr häufig auftretende Herzrhythmusstörung, die auch Menschen betreffen kann, die keinen Herzklappenfehler, keine Herzoperation und keine Herzschwäche haben.
Man kann mit dieser Herzrhythmusstörung gut leben und die meisten Patienten bemerken keinen Unterschied in ihrer Befindlichkeit. Jedoch ist zu beachten: unabhängig ob eine Kunstklappe oder Bioprothese implantiert worden ist, brauchen Patienten mit Vorhofflimmern eine Blutverdünnung mit Marcumar®. Eventuell auch mit einem der sogenannten „Neuen oralen Antikoagulantien“.

  • Ernähren Sie sich gesund und ausgewogen
  • Sport und Bewegung sind dringend zu empfehlen
  • Medikamente, die verordnet werden, müssen gewissenhaft eingenommen werden
  • Nachuntersuchungen durch den Kardiologen sind notwendig
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